{"id":431,"date":"2015-09-08T20:00:45","date_gmt":"2015-09-08T20:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/rgawke.de\/mactwo\/?p=431"},"modified":"2021-10-21T20:57:38","modified_gmt":"2021-10-21T20:57:38","slug":"der-feind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rgawke.de\/mactwo\/?p=431","title":{"rendered":"Der Stiefbruder vom Roland&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Der &#8222;Feind&#8220; des Live-Musikers ist das Playback, die Drum-Machine oder eben das Alleinunterhalterkeyboard &#8211; eben alles, was \u00fcber ein Taktell hinaus geht. <em>(Dumm nur, dass ich \u00fcberwiegend gerade wegen meiner Live-orientierten Drum-Machine angefragt werde&#8230;)<\/em> \ud83d\ude42<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich als eigentlicher Arrangerverweigerer f\u00fcr jede Besetzung bis zum Allein-Entertainer mein Programm geschickt zurecht- arrangieren muss, um mit meinen Extremit\u00e4ten und dazu noch m\u00f6glichst korrekt intoniertem Gesang die Essenzen der jeweiligen Titel r\u00fcberzubringen, dr\u00fcckt der (gl\u00fcckliche) Arranger-Keyboard-Spieler nur die richtige Backing-Taste und hat das Alles und noch mehr parat, noch bevor er die erste Note gespielt hat. Beim Sport w\u00fcrde man ihn wegen Dopings sperren&#8230;<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDennoch darf man sich als offener (Keyboard-)Mensch nicht vor dieser Welt der Arranger-Keyboards verschlie\u00dfen (Kluge Keute lernen auch von den Feinden\u00a0 &#8211; sagten schon die alten Griechen). Schlie\u00dflich habe ich bei Roland fast alle Generationen dieser Ger\u00e4tegattung durchgemacht und bin mit meinem BK-9 sehr zufrieden. Also schlug ich k\u00fcrzlich das Angebot meines \u00f6rtlichen Musikalienh\u00e4ndler NICHT aus, einen PSR-S950 doch &#8222;mal mitzunehmen&#8220; (so hei\u00dft das, wenn vor dem Kauf gesagt wir, amn k\u00f6nne das Teil ja binnen 4 wochen zur\u00fcckgeben&#8230;). Und das obwohl der Nachfolger PSR-S970 doch schon am Horizont zu sehen war. Ich wollte aber einfach mal in die Yamaha Welt reinschnuppern. So konnte ich diesen nahmhaften Verteter der Mittelklasseger\u00e4te f\u00fcr einen guten Preis als Reserve-Arranger auf der Ersatztbank in meinen bescheidenen Ger\u00e4tepark \u00fcbernehmen. Zwar ist das Ding schon 3 Jahre auf dem Markt, aber ich durfte feststellen, dass es mitnichten \u00fcberholt ist, auch wenn man den Einschalter ewig halten muss, bis er ausl\u00f6st und die Kiste ne volle Minute zum Hochfahren braucht&#8230;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>SOUNDS<\/strong><\/span><br \/>\nDas PSR-S950 ist (nur) eine Klasse unter dem ber\u00fchmt ber\u00fcchtigten Tyros angesiedelt, den ich mir in der 5er Version bei Walter L. anschauen konnte. Bedienung, Konzept, Sytles und Sounds sind durchaus herausragend. Dabei hat allerdings jedes meiner Rolands bessere Pianos (und vor allem E-Pianos) und auch autentischeren Tonewheel-Simulationen parat. Mittlerweile konnte ich mit den guten Effekten des Yamahas schon Vieles wieder aufpeppen, aber der Roland ist schon alleine wegen der l\u00e4ngeren Tasten f\u00fcr Piano-Geschichten angenehmer zu spielen. Die Yamaha Tasten sind aufgrund ihres &#8222;Kipp&#8220;-Feelings dann bei Synth-L\u00e4ufen \u00fcberlegen. Gegen\u00fcber den 950er Gitarren habe ich noch nie etwas besseres geh\u00f6rt und die Synth-Auswahl mag gering sein, aber ich finde alles was ich brauche in hervorragender Qualit\u00e4t. Der Lead Sound von der Farfisa Duo Compact mit dem Benson Echorec f\u00fcr &#8222;Shine on you crazy diamond&#8220; kommt &#8211; glaub ich &#8211; nur vom Original noch autentischer (<em>Sorry Roland<\/em>&#8230;).<\/p>\n<p>Insgesamt k\u00f6nnen alle Sounds schmerzfrei in den Mix \u00fcbernommen werden.\u00a0 Ich hab beim Kollegen Patrick B. gerade wieder gesehen\/geh\u00f6rt, dass so ein Yamaha Arranger-Keyboard im Bandverbund klangtechnisch nirgendwo aneckt und gleichzeitig seine Pr\u00e4senzpflichten erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Dennoch vermisse ich die klaren Rhodes-Immitate und die liebevoll gezerrte Hammond, wie sie mein BK-9 oder die VR-09 (\u00fcber ein Hammer Master-key) bringen. Ich bin wohl doch bis hierhin ein hoffnungsloser Roland-Sound-Schlumpf&#8230;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>STYLES<br \/>\n<\/strong><\/span>Nun&#8230; Bei meinen ersten Anspielversuchen sah ich mich durchaus beim Tanztee im Altenheim. Alles klang so Big-Band-artig, verhallt\u00a0 und traditionell. Erst bei n\u00e4herem Durchforsten der Presets konnte ich den ein oder anderen Rhymtus finden, mit dem ich mich auf die B\u00fchne trauen w\u00fcrde. Dabei fand ich viel Brauchbares unter &#8222;Country&#8220;, was ich eher unter &#8222;Rock&#8220; oder &#8222;Westcoast&#8220; gesucht h\u00e4tte. Ob hier dann eine altbackene Midi-Sequenz oder ein Audio-Style als Grundlage dient interessiert mich tats\u00e4chich weniger, solange der Beat gut ist. Im Vergleich zum Roland finde ich irgendwie schneller einen passenden Style zum gerade zu spielenden Song.<\/p>\n<p>Am Ende ist es halt f\u00fcr mich schwierig, wenn die Automatik mich \u00fcberrollt und ich mich sch\u00e4men w\u00fcrde, w\u00e4hrend ich gar nicht wirklich spiele ins Publikum zu schauen, sp\u00e4testens wenn das PSR-S950 das Ending perfekt ganz ohne mich spielt. Aber Yamaha hat auch an mich gedacht und bietet mir eine Taste, die mich jederzeit von der Automatik befreit und mir erlaubt, nur die Drums aus dem Style zu nutzen und Bass und Upper-Part selbst zu spielen. Ergo &#8211; man kann, muss sich aber nicht von den Backings begleiten lassen &#8211; volle Punktzahl!<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>EXTRAS<br \/>\n<\/strong>4 zuweisbare Multipad<\/span> lassen Samples abfeuern, die Effekt, Drums oder auch Gitarren-Riffs mit sich bringen. Das Ganze kann sogar zum Tempo der Styles synchronisiert werden. Cool&#8230; Im Ger\u00e4t sind schon eine Anzahl solcher Belegungen verf\u00fcgbar. Das Internet tut den Rest&#8230;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Im Music-Finder<\/span> sind gel\u00e4ufige Titel mit allen Voreinstellungen an Styles und Sounds vorgefertigt. Eigene Einstellungen warten darauf gespeichert zu werden. Leider schaffe ich es nicht die Einstellung Arranger on\/off hier mit rein zu bekommen, was diese Funktion f\u00fcr mich weniger effektiv macht.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Registrations<\/span> erlauben mit 8 Buttons Bankweise unbegrenzte Voreinstellungen. Nebenbei kann man aus den Registrations\u00a0 heraus den Music-Finder nutzen: einfach den gesuchten Titel alphabetisch ausw\u00e4hlen und fertig sind die Einstellungen f\u00fcr den jeweiligen Song.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Boxen<\/span> sind kr\u00e4ftig und vermitteln ein gutes Stereo-Bild (man steht halt auch g\u00fcnstig vor den Boxen beim Spielen). Dennoch w\u00fcrde ich live gerne \u00fcber eine Klein-PA fahren. F\u00fcr Zuhause, den\u00a0 kleinen Proberaum oder den Geburtstag bis 30 Personen ist das mehr als genug, zumals \u00fcber Line-in auch das Stage-Piano und \u00fcber Mic-in auch der Gesang dazu gebracht werden kann. Dieser kann dann auch noch durch einen FX-Block mit Harmonizer geschickt werden&#8230; Wow&#8230; Das ist wirklich all-in-one&#8230;<\/p>\n<p>Midi-Musiker k\u00f6nnen ihre Dateien \u00fcber den USB-Stick einbringen. Ein separater Audio Player spielt auch mp3s vom Sitck ab, die timegestretched und gepitched werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Also, was es da im Internet an<span style=\"text-decoration: underline;\"> Styles und Goodies<\/span> gibt ist umfassbar.\u00a0 Ich hab schon Megabyteweise waswei\u00dfichalles auf der Festplatte, obwohl im Ger\u00e4t eigentlich schon genug drin war &#8211; und das zu 99% f\u00fcr lau (okay &#8211; die Tusch- und Party-Samples im Entertainer-Pack direkt von Yamaha kosten halt&#8230;)<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>FAZIT<br \/>\n<\/strong><\/span>Das ist sie also &#8211; die Referenzklasse f\u00fcr Arranger-Keyboards. An allen Ikonen anderer Hersteller wie Korg und Roland vorbei, baut Yamaha seine Arranger noch nach dem gleichen Konzept wie eh und je, aber eben in seinen Funktionen konzequent optimiert und stabil. Das PSR-S950 kam gleich unter dem Tyros 4 &#8211; dem Top-Ger\u00e4t in der Arranger-Kategorie. Im direkten Vergleich damit will mir das PSR gar besser gefallen als der silberne Platzhirsch in seiner Revision 5, dessen Folgeger\u00e4t heute das PSR-S970 ist&#8230;<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Mein Fazit<br \/>\n<\/span><\/strong>Alles sch\u00f6n und gut. Die Bedienung ist an mancher Stelle besser, an anderer wieder widriger, als bei meinen Roland Es und BKs. Daf\u00fcr klingen die Roland Sounds einfach autentischer und besonders die Tonewheels rocken ordentlich. Es braucht schon viel, um mir meinen Roland-Wahn auszutreiben, aber das 950 kommt nah heran.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Das PSR-S970&#8230;<\/span><\/strong><br \/>\n&#8230;stand dieser Tage dann beim H\u00e4ndler gleich neben einen 950er und ich hab die Ger\u00e4te mal in mehrere Sessions verglichen. An das lange gedr\u00fcckt Halten der Ein-Taste und die Kaffepause beim hochfahren muss sich auch der 970er User gew\u00f6hnen. Aber das gr\u00f6\u00dfere Display macht sich schon sehr gut. Die erweiterte MFX Sektion macht viel daher. Viele Sounds sind upgedatet und die freien Controller bieten Komfort. Neue Sync- Software macht das Leben leichter. Dennoch w\u00fcrde ich \u00fcberlegen, ob ich mein 950er wirklich ersetzen will. Das 970er ist wohl mehr ein upgedatetes 950er f\u00fcr den Neu-Kunden. Der Alt-Kunde bleibt erstmal noch bei seinem 950er&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8222;Feind&#8220; des Live-Musikers ist das Playback, die Drum-Machine oder eben das Alleinunterhalterkeyboard &#8211; eben alles, was \u00fcber ein Taktell hinaus geht. 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